Magendrehung

Das das mal einem meiner Hunde passieren, wäre mir im Traum nicht eingefallen. Als es passierte war Daisy,10 1/2 Jahre alt. Wir waren von der Winterwanderung, die Anfang Dezember 2001 in unserer Landesgruppe Hessen angeboten wurde, zurückgekommen. Daisy hatte noch ein bisschen Wasser getrunken und sich anschließend wie gewohnt zu Ihrem Schlafplatz begeben. Ca. 1/4 Std. später fing sie an unruhig zu werden. Sie lief planlos im ganzen Haus herum, wollte nach draußen und versuchte verzweifelt den Mageninhalt zu entleeren, was aber nicht passierte. Statt dem Mageninhalt kamen nur Geräusche heraus. Mir war sofort klar: hier stimmte was nicht. Als ich ihr an den Bauch fasste, stieg in mir die Befürchtung hoch, dass es sich hier vielleicht um eine Magendrehung handelt. Der Bauchraum, der normalerweise weich und entspannt am Körper anliegt, war leicht angeschwollen und hart wie ein Ballon.

Was tun! Da ich auf dem Lande wohne, ist es gar nicht einfach eine Tierklinik in der näheren Umgebung zu finden, außerdem war es Sonntagabend. Zum Glück hatte ich mir vor längerer Zeit eine Telefonnummer von einer Tierklinik, die ca. 20 min von mir entfernt ist, aufgeschrieben. Dort angerufen, Fall geschildert und ab ins Auto. Nachdem ich mit der Klinik telefonierte, war bei Daisy die Würgerei vorbei und sie benahm sich völlig normal. Mein Gott dachte ich mir, jetzt hast du so einen Wind gemacht und am Ende ist nichts. Da die diensthabende Tierärztin auf mich wartete, bin ich doch losgefahren, zum Glück wie es sich später herausstellte. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, ist es gerade das tückische an der Magendrehung. Der Hund benimmt sich eine zeit lang wieder völlig normal, obwohl der Magen gedreht ist. Also, falls bei Ihnen so etwas mal passieren sollte, trotzdem hingehen, auch wenn sich der Hund normal benimmt. Ich möchte hier keine Panik aufkommen lassen, aber ich bin überzeugt, wenn ich erst später gefahren wäre, wäre das ganze mit Daisy nicht so glimpflich abgelaufen. In der Klinik wurde Daisy erst einmal untersucht, dabei wurde mein Verdacht einer Magendrehung bestätigt. Ob der Magen nur leicht oder komplett gedreht war konnte nur mit einen Schlauch festgestellt werden. Dazu wurde Daisy sofort in Narkose gelegt und der Schlauch wurde ihr über den Rachen in den Magen eingeführt. Zum Glück konnte der Schlauch ohne Probleme in den Magen eingeschoben werden. Mit diesem Schlauch wurde der ganze Mageninhalt herausgeholt. Diese Prozedur hatte Daisy so gut überstanden, dass ich sie am selben Abend noch mit nach Hause nehmen konnte. Natürlich durfte sie nicht gleich wieder in großen Mengen Wasser oder Futter zu sich nehmen, sondern erst einmal die Ration auf mehrere Portionen verteilen. Bei Daisy habe ich die Ration auf 5x am Tag verteilt und dies eine Woche lang. Danach wurde es auf 3x angehoben und heute ist es bei 2x am Tag. Auch durfte sie die erste Zeit nur an der Leine Gassi gehen und auch nur kurze Strecken laufen, da die Gefahr einer Wiederholung sehr groß war.

Da ich diese Angst vor einer Wiederholung hatte und ich mich mit einem Tierarzt sehr lange und ausführlich darüber unterhalten habe, hatte ich mich zu einer Operation entschlossen. Wie mir der Tierarzt berichtete, sei die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Magendrehung sehr groß. Es könnte in ein paar Wochen oder Monaten wieder passieren und das Alter von Daisy müsste auch berücksichtigt werden. Also ließ ich Daisy Anfang Januar 2002 operieren. Bevor sie aber operiert wurde, wurde vorher ein EKG gefahren und ein Bluttest durchgeführt. Da alles okay war wurde sie operiert. Bei dieser Operation wurde ihr der Magen an die Bauchwand angenäht und die Gefahr einer Wiederholung der Magendrehung ist jetzt nahezu vollständig ausgeschlossen.

Ich konnte Daisy noch am selben Tag wieder mit nach Hause nehmen. Zu Hause hieß es auch erst mal für 1 Woche sie konsequent beim Gassi nicht von der Leine zu lassen und auch die Futterration wurde auf 3x täglich verteilt. Heute ist Daisy wieder ganz die Alte so wie vor der Magengeschichte. Am 02.04. 2002 feierte sie ihren 11. Geburtstag. Die Futterrationen sind jetzt wieder auf 2x täglich verteilt.

Ich habe bis heute diesen Schritt nicht bereut und würde es jederzeit wieder machen.